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Wird das Südtiroler Museum DoloMythos zerschlagen? (02/2012)

Erst vor gut einem Jahr wurde es neu eingerichtet und erweitert (→Lapis 1/2011, S. 8): Nun soll das größte Dolomiten-Museum DoloMythos in Innichen, mit einer Vielzahl hochkarätiger Mineralien und Fossilien, zerschlagen werden – wenn es nach dem Willen der Behörden geht. Darauf läßt eine Schadenersatzklage von 204.599 Euro seitens des Landes Südtirol und Beschlagnahmung aller Museumsgegenstände sowie die Androhung einer Haftstrafe von vier Jahren für Michael Wachtler schließen. Grund dafür dürfte sein, dass der Museumsbetreiber Michael Wachtler – bekannt für seine Bücher (viele erschienen auch im Weise Verlag), aber auch für seine Forschungen rund um die Dolomiten – schon öfters wegen seines Eintretens für eine stärker Natursensibilisierung und auch einer weniger gelenkten Bürokratie in Bezug auf die uralte Tradition des Sammelns bei verschiedenen Stellen angeeckt ist. Zum Verhängnis wurde Wachtler schließlich, dass er laut Anklage des Landes Südtirol seine Forschungen ohne offizielle Genehmigung betrieben haben soll und die Objekte im gut besuchten Museum nicht fachgerecht präsentiert würden. Südtirol hat schon in den letzten Jahren, nicht erst nach dem jahrelangen Rechtsstreit um die Gletschermumie Ötzi, den Ruf erworben, Bestimmungen über die Sammeltradition besonders rigide anzuwenden. Michael Wachtler, früherer Präsident des Südtiroler Mineralien- und Fossi-lienverbandes, ist sich keines Vergehens bewußt: „Ich habe mich mein Leben lang immer im Dienste der Allgemeinheit uneigennützig für Natur und Forschung eingesetzt. Wird das Museum DoloMythos zerschlagen, dann kommen sicher in nächster Zukunft die anderen privat oder vereinsmäßig geführten Naturmuseen an die Reihe.“ Angst herrscht mittlerweile auch bei den Sammlern. Es wird berichtet, dass einige schon aus Angst vor Anzeigen ihre Kollektionen entsorgt hätten. Was mit der Zerschlagung des größten Dolomitenmuseums mit seiner enormen Zahl an einzigartigen Mineralien und Fossilien bezweckt werden soll, ist noch unklar. Außer vielleicht, dass das gut besuchte Museum geschlossen oder dem Landesvermögen Südtirols einverleibt wird. Deswegen gibt sich Wachtler auch kämpferisch: „Wenn die Zeichen der Zeit nicht danach sind, kann ich meine Bücher auch im Gefängnis schreiben. Aber ich werde bis in die letzte Instanz weiterkämpfen. Es kann nicht sein, dass ein naturliebendes Kind, welches sich für Steine interessiert, gleich schon als Verbrecher abgekanzelt wird, während rings herum die Natur durch Straßen und Skigebiete zerstört wird.“ Hilfe in dieser Hinsicht kommt dabei auch von Mountain Wilderness Deutschland. In Leserbriefen und Eingaben an die Südtiroler Politiker hat sich der mächtige Umweltverband voll auf die Seite von Michael Wachtler gestellt (siehe das Editorial links).

 

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