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Riesenkristalle wachsen suuuper-langsam ... (11/2011)

Es sind die größten frei in Drusen gewachsenen Kristalle, die man kennt: Die Gipskristalle aus den lebensgefährlich heißen Karsthöhlen von Naica in Mexiko (→LAPIS 11/2006) werden mit maximal 11-13 Metern nicht nur rekordverdächtig lang, sondern sie wachsen auch rekordverdächtig langsam ...
Flüssigkeitseinschlüsse verraten, dass die Kristalle vor 300.000-10.000 Jahren bei 48-56°C in rund 300 m Tiefe aus einer Mischung von zwei verschiedenen Lösungen wuchsen – eine kam aus dem heißen vulkanischen Untergrund und die andere sickerte von der Oberfläche her ein. Sie brachte Pollen eines 35.000 Jahre alten Laubwaldes mit in die Tiefe – und dieser „fossile“ Blütenstaub wurde auch in den Gipskristallen eingeschlossen!
Ein Team unter Manuel García-Ruíz von der spanischen Universität Granada hat von einem abgebrochenen Riesenkristall eine Scheibe heruntergesägt, um sie dann in einer Original-Mutterlösung auf der –550 m-Sohle unterhalb der Naica-Grotte unter natürlichen Bedingungen weiterwachsen zu lassen.
Das Ergebnis überraschte, denn nahe 55°C ist das chemische Gleichgewicht nur ganz wenig aus dem Bereich der Gipslöslichkeit in Richtung eines Kristallwachstums unter übersättigten Bedingungen verschoben. Resultat: Pro Jahr werden nur vier Hundertstel Millimeter (!) an Kristallsubstanz angelagert. Hinzu kommt, dass die größten Kristalle im Frühstadium ihres Wachstums teilweise sogar wieder rückgelöst wurden – was die Wachstumsrate noch träger erscheinen läßt ... Quellen: Earth Plan. Sci. Lett. 289, 2010, S. 560-569 und Acta Carsologica 40/1, 2011, S. 17-28.        Stefan Weiß

 

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