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Wenn Entwicklungshilfe in die Sackgasse führt: Der neue „Kristallmarkt“ am Trans-Kalahari-Highway, Namibia (04/2011)

Wer farbenprächtige Schnäppchen sucht, kann schon mal von der Entwicklungshilfe genarrt werden. Schon ganz fiebrig von der Aussicht, wie Anfang 2010 (→LAPIS 9/2010) wieder auf hübsche Stufen mit Aquamarin und Schörl zu stoßen oder den ein oder anderen Topas zu erwerben, waren wir auf der Fahrt von Windhoek nach Swakopmund zum sogenannten „Kristallmarkt“ abgebogen. Er liegt südlich eines enormen Fundgebietes von Erongo bis Spitzkoppen direkt an der Hauptverkehrsader, man kann ihn nicht verfehlen. Doch wir hatten Pech: Wo früher malerische Stände in einer langen Reihe auf Besucher warteten, lag nun ein plattgewalztes Feld ohne Halm und Strauch.
Aber: Es gab weiter hinten eine Art Festzelt, in das wohlgekleidete Damen und Herren marschierten, Einheimische und andere. Was war hier los?
Punktgenau hatten wir den Tag erwischt, an dem der neue „Kristallmarkt“ eingeweiht werden sollte – das war ein dusterer Flachbau neben dem Zelt. Wie sich herausstellte, hatten unsere deutsche Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe und das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit das Los der „small miner“ verbessern wollen – und eine kleine Markthalle in den Sand gesetzt. Dies ist nicht nur wörtlich zu verstehen: Der Charme der langen Reihe von selbstgebastelten Ständen im Freien war dahin. Nichts war es mehr mit dem Flanieren an frischer Luft, im Hintergrund die Spitzkoppen. Stattdessen zottelte man nun im Halbdunkel an einer Runde von Tischen vorbei, beladen mit, dies das größte Malheur, fast nur mineralogischer Flohmarktware. Beschädigte Quarz-Kristalle, unattraktiver Schörl oder unansehnliche Stufen bestimmten das Angebot. Nur ganz wenige, trübe Aquamarine oder Topase, obwohl die doch in der Nähe gefunden werden. Zugegeben, die verkaufenden Damen werden den Schatten schätzen und das Schwätzchen mit der Nachbarin. Ich bezweifle jedoch, ob sich weiterhin Touristen zum Abbiegen in einen drögen, nichtssagenden Rundbau verführen lassen, wo dies bisher den von weitem sichtbaren, farbenfrohen Ständen problemlos gelang. Ist es immer ein Fortschritt, wenn etwas „auf gut Deutsch“ unter Dach und Fach gebracht wird?

 

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