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Neuer „Silberrausch“ im Sächsischen Erzgebirge? (02/2011)

Nach den ersten Berichten über ein neues „Berggeschrey“ im Erzgebirge mit zum Teil nicht gerade „klassischen“ erzgebirgischen Metallen wie Indium oder Lithium hat sich wohl mancher gefragt: Und was ist mit Silber?

Im Oktober 2010 folgte zunächst, nach fast 40 Jahren, die erste Neueröffnung eines Bergwerkes in Deutschland: Die Erzgebirgische Fluss- und Schwerspatcompagnie GmbH bereitet in Niederschlag bei Oberwiesenthal eine Grube zur Gewinnung von Fluss- und Schwerspat vor (LAPIS hat in seiner Januarausgabe bereits darüber berichtet).

Doch nun erteilte das Sächsische Oberbergamt in Freiberg der Sachsenerz Bergwerks GmbH mit Sitz in Espenhain die Bergbauberechtigungen zur Erkundung von Erzvorkommen für drei Felder: Zschorlau/Schneeberg/Aue, Wolkenstein/Großrückerswalde bei Marienberg und ein Feld zwischen Freiberg, Brand-Erbisdorf und Weißenborn.

Seit der Schließung fast aller Silbergruben in Freiberg im Jahr 1913 wurde das edle Metall deutschlandweit und auch im Erzgebirge aufgrund der Umstellung der Währung von der Silber- auf die Golddeckung, dem billigeren Import aus Übersee und des damit zwangsläufig einhergehenden allgemeinen Preisverfalls nur noch in geringem Umfang gewonnen. Aber mit der in den letzten Jahren unserer Zeit erfolgten Preisexplosion für nahezu alle Metalle rückten auch die Silbervorräte im Erzgebirge wieder in den Blickpunkt.

Die Erkundung soll im Frühjahr 2011 am Türkschacht bei Zschorlau starten. Generell sollen für die Erzsuche vorhandene Grubenbaue aus früheren Bergbauperioden genutzt werden. Wenn die ersten Ergebnisse viel versprechend sind, soll im Raum Zschorlau/Schneeberg auch unterhalb der Markus-Semmler-Sohle erkundet werden (d.h. unterhalb 323 m ü.NN, dem Niveau der Zwickauer Mulde). An der Oberfläche wird von diesen Erkundungsarbeiten – abgesehen von einigen der heute üblichen Baucontainer – allerdings nicht viel zu sehen sein.

Welche Silbermengen der alte Bergbau noch zurückgelassen hat, ist eben die Frage, die es zu beantworten gilt. Fest steht nur, dass „die Alten“ zu ihrer Zeit nicht alle Vorräte ausbeuten oder aufbereiten konnten. Und auch die Kobaltgehalte der berühmten Bi-Co-Ni-Lagerstättenformation könnten zukünftig wieder eine wirtschaftliche Rolle spielen.

Die Stimmen in Bevölkerung und Politik sind zu diesem Vorhaben überwiegend positiv. Man kann vielleicht auch sagen: verhalten optimistisch. Denn die Beeinträchtigung der Landschaft wird niemals wieder so groß werden wie zu früheren Bergbauzeiten – aber eben auch nicht der Bedarf an Arbeitskräften.

Der sächsische Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr und stellvertretende Ministerpräsident, Sven Morlok (FDP), begrüßte das Vorhaben mit den Worten: „Der Silberbergbau hat Sachsen bereits im 12. und im 15. Jahrhundert technologischen Fortschritt und Wohlstand gebracht. Jetzt ist die Zeit reif für ein neues Berggeschrey. Mit der weltweit steigenden Nachfrage nach Rohstoffen werden unsere heimischen Rohstoffe wieder lukrativ. Wenn Sachsens Schätze gehoben werden, profitieren wir alle davon, denn das bringt Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze.“

Die Erkundungen sollen im Jahr 2014 abgeschlossen sein. Ob danach der reguläre Abbau startet? Bergbau war, ist und bleibt spannend ...

 

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