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Premiere: Neuer Fluoritbergbau im Sächsischen Erzgebirge

Ob Flußspat, Schwerspat oder Kupfer: Nur zwei Jahre sind seit Beginn der weltweiten Finanzkrise vergangen, doch inzwischen scheint der Bedarf an Rohstoffen wieder ungebrochen. Die hohen Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt sorgen dafür, dass sich der klassische Bergbau auch in Deutschland wieder lohnt.
Als rohstoffreichstes deutsches Bundesland hat Sachsen Ende Oktober 2010 eine Premiere eingeläutet: Im kleinen erzgebirgischen Bergort Niederschlag bei Oberwiesenthal eröffnete Sachsens Finanzminister Georg Unland, der dem Bergbau und seinen Mineralien seit Jahrzehnten privat eng verbunden ist, mit einer symbolischen Sprengung eine neue Flußspatgrube. Die Lagerstätte ist bekannt für ihren Reichtum an seltenen Kupfermineralien (→LAPIS 4/1994), wie sie ganz ähnlich auch in der Grube Clara im Schwarzwald vorkommen.
Der Vortrieb der kilometerlangen Zufahrtsrampe zum Fluorit/Baryt-Erzgang des neuen Bergbaues Niederschlag soll in anderthalb Jahren beendet sein und 12 Millionen Euro kosten. Über die 4½ x 4½ m weite Rampe können Lastwagen ab 2014 jährlich 135.000 Tonnen Flußspat und Baryt zutage bringen, dazu Kupfer/Blei-Sulfiderze; das gesamte Fördergut wird die Nickelhütte Aue aufbereiten.
Die Erzgebirgische Fluss- und Schwerspatcompagnie (EFS) Geos GmbH – eine Kooperation zwischen einem Freiberger Ingenieurbüro und der Nickelhütte Aue – hat bereits 18,5 Millionen Euro in das neue Bergbauprojekt investiert, das Flußspatreserven von rund drei Millionen Tonnen ausweist. EFS-Chef Professor Wolfgang Schilka zum Kabeljournal KJ-Online: „Der Flußspat ist unser Hauptprodukt. Dieser wird ganz stark in der Metallurgie und der chemischen Industrie als Säurespat eingesetzt. Solche hochwertigen Produkte wie Gore-Tex und Teflon, die wir heute aus unserem Leben nicht mehr wegdenken können, werden einmal aus diesem Flußspat entstehen.“ Das zweite Produkt, der Schwerspat, dient vor allem als Füllstoff bei der Papierproduktion und als Barium-Lieferant in der chemischen Industrie. „Wir liefern den Beweis, dass wir teure Rohstoffe nicht zu hohen Preisen auf den Supermärkten der Welt kaufen müssen, sondern zu kostendeckenden Preisen im eigenen Land fördern können“, sagte der 58 Jahre alte Professor dem Sender ntv.
In den Lagerstätten auf deutscher und tschechischer Seite vermutet man Fluß- und Schwerspat im Wert von 680 Millionen Euro. Die Vorräte in den Lagerstätten reichen laut EFS Geos für die nächsten 45 Jahre. Das neue Bergwerk samt Aufbereitung soll in den nächsten Jahren 35-40 Bergleuten und Technikern Arbeit geben.
Mitte Dezember war der Zufahrtsstollen bereits 30 m aufgefahren, doch werden notwendige Zementarbeiten seitdem durch eisige Temperaturen bis unter –15°C behindert. Das anfallende taube Gestein soll vorerst in benachbarte alte Steinbrüche gebracht werden – große Kegelhalden wie einst zu „Wismut“-Zeiten wird es nicht mehr geben.
Neben den Preisen für Fluorit hat sich auch der Zinnpreis fast verdoppelt, nachdem enorme Regenfälle im Zuge einer ungewöhnlich starken La Niña-Abkühlung im Pazifik seit Jahresmitte 2010 auch zu Produktionsausfällen im „Zinnland“ Indonesien führten, dem weltgrößten Produzenten. Dies könnte mittelfristig den 1991 stillgelegten sächsischen Zinn/Wolfram-Gruben in Altenberg, Pöhla und Ehrenfriedersdorf zu neuer Blüte verhelfen.
Die um gut 40% gestiegenen Kupferpreise machen auch den Abbau der Kupferschiefer-Vorkommen in der Lausitz – etwa rund um Spremberg – wieder attraktiv (die großen Lagerstätten jenseits der polnischen Grenze fördern bereits).

 

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