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Hans-Jürgen Wilke (1925-2014)

 

Dr. Hans-Jürgen Wilke verstarb am 13. Januar 2014 im Alter von 89 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit. 

Er wurde am 11. Januar 1925 in Drohndorf, heute ein Ortsteil von Aschersleben in Sachsen-Anhalt, geboren. In diesem Ort leben heute noch viele Nachkommen des großen Reformators Martin Luther, auch Hans-Jürgen Wilke war ein Nachfahre von ihm.

Protagonist einer ganzen Sammlergeneration 

Vor 53 Jahren, während eines Urlaubs in Matrei in Osttirol, kam er erstmals mit Mineralien in Berührung. Er kaufte einen Bergkristall von einem ortsansässigen Strahler. Entsprechend seinem Naturell entwickelte er sich in kürzester Zeit zu einem sehr intensiven und gründlichen Sammler. Und schon Ende der 1960er Jahre unternahm er die ersten Reisen nach Amerika. Jedes Jahr, fast drei Jahrzehnte lang, besuchte er die Börse in Tucson. Während dieser Zeit baute er eine umfangreiche Mineraliensammlung auf. 

Besonders berühmt ist seine Systematiksammlung, die er mit Begeisterung und großem Einsatz ständig erweiterte und die schließlich zu den größten derartigen Sammlungen in Deutschland gehörte. Dadurch und durch seine offene und freundliche Art konnte er viele Kontakte zu den übrigen Sammlern knüpfen. Ich war immer wieder erstaunt darüber, dass er sich – trotz schwerster Augenschäden, die er sich noch in den letzten Kriegstagen zugezogen hatte – mit einer so diffizilen Materie wie der Mineralsystematik befassen konnte, wo die Augen doch eine wichtige Rolle spielen.

Hans-Jürgen Wilke war uns allen aber auch bekannt durch seine zahlreichen Exkursionen. So bereiste er regelmässig die Fundgebiete von Spanien bis Norwegen und Finnland. Darüber hinaus führten ihn seine Wege – schon in den 1970er Jahren – auch in den Iran, wie man in Lapis-Heften aus dem Jahre 1977 nachlesen kann. Später dann, in den 1990er Jahren, bereiste er die Halbinsel Kola, unter Führung kenntnisreicher Wissenschaftler der Sankt Petersburger Universität. Andere Exkursionen unternahm er zusammen mit Wolfgang Henkel bis nach Zentralsibirien. 

Mineralien und Mineralogie – das zweite Leben

Spätestens seit seiner Frühpensionierung mit 55 Jahren als Oberstudienrat (Germanistik), wegen seines Augenleidens, bildeten die Mineralien und die Mineralogie seinen absoluten Lebensmittelpunkt. 

Lapis hat ihm viel zu verdanken. Schon bei der Gründung unserer Zeitschrift war er mit im Team. Hans-Jürgen Wilke stellte uns uneigennützig seine Erfahrung zur Verfügung und dank seiner guten Kontakte war es uns möglich, schnell weitere Autoren zu finden. Seine eigenen Publikationen sind unvergessen und mit seinem Namen untrennbar verbunden, beispielsweise das Persische Tagebuch in vier Folgen, Finnische Pegmatite, seine Berichte über die Tucson-Börse seit 1982, die Entstehung von Sandrosen mit dem launigen Titel „Die Rose aus dem Mist“ – um nur einige von vielen zu nennen – sind uns noch sehr gut im Gedächtnis. 1976 hat er sein erstes Buch verfasst mit dem Titel Mineralfundstellen in Skandinavien, ein essentieller Leitfaden, der vielen Sammlern als Grundlage für Reisen in diese Region diente. 1979 folgte das Buch Mineralfundstellen in Hessen und 1997 das Werk Mineralien und Fundstellen von Schweden, welches er seinen schwedischen Freunden widmete. 

Weltweit Anerkennung bei namhaften Wissenschaftlern und Sammlern brachte ihm die Mitwirkung am fünfbändigen Nachschlagewerk Handbook of Mineralogy von Anthony und Bideaux, aber auch seine Mitarbeit am Großen Lapis-Mineralienverzeichnis und als beratendes Redaktionsmitglied bei der Zeitschrift Lapis.

Seit Ende der 1960er Jahre war Hans-Jürgen Wilke auf vielen Börsen präsent: Angefangen mitder Münchner Börse im Löwenbräukeller, über die Börsen in Salzburg, Ste.-Marie, Zürich, Tucson bis zu zahlreichen weiteren regionalen Börsen in Deutschland. 

Ohne seine großzügige Art sein Wissen mit anderen zu teilen und seine Erfahrungen jedem zur Verfügung zu stellen, wäre die Entwicklung der Sammlerszene wohl sehr viel weniger intensiv verlaufen! 

Mit seinem Tod verlieren wir einen immer ansprechbaren Ratgeber; was bleibt, ist ein großes Vorbild. 

Christian Weise                                     

Wettergegerbt und immer freundlich, bis ins hohe Alter: Hans-Jürgen Wilke

 

 

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