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Monazit – ein alpiner Zeitzeuge

In vielen Klüften der Alpen kommt das Cer-reiche Phosphatmineral Monazit vor – oft allerdings nur als millimetergroße, gelbliche bis rötliche Kriställchen, die gerne übersehen oder schon einmal mit dem noch häufigeren Titanit verwechselt werden.

Monazit ist in den alpinen Zerrklüften erst recht spät entstanden, deutlich später als die hier oft vorherrschenden großen Bergkristalle. Dabei baut Monazit in seinem Kristallgitter neben Seltenen Erden (Cer, Neodym, Lanthan...) in ganz geringen Spuren auch instabile radioaktive Elemente und ihre Zerfallsprodukte ein, darunter Uran, Thorium und Blei. Wenn deren Verhältnisse exakt gemessen werden, etwa mit einer hochpräzisen Ionensonde samt Massenspektrometer, verrät der Monazit sein wahres Alter ...

Ein internationales Team aus Wissenschaftlern um Edwin Gnos am Naturhistorischen Museum Genf hat zwei Monazitproben aus dem Schweizer Kanton Uri, dem auch das im Juni erschienene extraLapis No.44 gewidmet ist, zum Sprechen gebracht. Eine Probe kommt aus dem südlichen Gotthardmassiv (Blauberg/Guspistal), die andere aus dem nördlich gelegenen Aarmassiv (Griesserental/Maderanergebiet). Die Kerne dieser Monazite wuchsen vor rund 15 Millionen Jahren, ihre Säume entstanden jedoch erst eine runde Million Jahre später.

Das Aufreißen der Klüfte samt Einsetzen der Quarzbildung vollzog sich dagegen bereits kurz nach dem Maximum der alpinen Gesteinsmetamorphose (am Gotthard vor rund 18 Millionen Jahren, im Maderanertal vor 15-16 Millionen Jahren).

Bereits vor einiger Zeit hatten französische Wissenschaftler mit Monazit-Datierungen gezeigt, dass die allerjüngsten Zerrklüfte in den Westalpen liegen: In Savoien kristallisierten die Kluft-Monazite vor 10-11, lokal sogar erst vor 5-7 Millionen Jahren. Dagegen wird die Bildung der alpinen Zerrklüfte in den – früher gehobenen – Kristallingesteinen der Hohen Tauern Österreichs auf 20-25 Millionen Jahre geschätzt – direkte Messungen an Kluftmineralien fehlen jedoch bisher.

Stefan Weiß

Lit.: Gnos, E.; Janots, E. & Berger, A., Schweizer Strahler 47/2, 2013, S. 2-9; Le Règne Minéral no96, 2010, S. 45-48

Monazit-Plattenbrüche-Rauris

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Monazit



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