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Freies Fluor im Stinkspat – erstmals nachgewiesen (10/2012)

„Stinkspat“ ist ein schwarzvioletter Fluorit, der beim Zerschlagen und Pulvern einen stechenden Geruch verbreitet. Dies beobachtete schon Leonhard (1821) am „Flussstein … von Welsendorf bei Schwarzenfeld an der Naab“. Seither gilt das Revier Wölsendorf in der Oberpfalz als „Typlokalität“ für diese Fluoritvarietät. Der deutschschweizer Chemiker Christian Friedrich Schönbein hielt sie für Chlor- und Ozon-haltig und prägte das Synonym Antozonit (1861). Reichstes Vorkommen war der 1979 stillgelegte Marienschacht (.Lapis 3/2005), dessen Gänge mit Stinkspat und Uranmineralien am Ufer der Naab (Naabranken) an die Oberfläche treten und beim Bau der Autobahn A93 erneut angeschnitten wurden.
Der knoblauchartige Geruch rührt – wie bereits im Jahr 1891 der französische Nobelpreisträger Henri Moissan vermutete – von elementarem Fluor her, das durch die starke radioaktive Strahlung benachbarter oder eingeschlossener Uranmineralien freigesetzt wird. Seine These wurde stark angezweifelt, denn normalerweise ist freies Fluor-Gas so reaktiv, dass es in der Natur nicht vorkommt.
Nun hat ein internationales Forscherteam um Jörn Schmedt auf der Günne (Ludwig Maximilians-Universität München) mittels NMR-Spektroskopie am Französischen Forschungszentrum Bordeaux im Wölsendorfer Stinkspat natürliches gasförmiges Fluor erstmals direkt nachgewiesen – neben Anreicherungen aus Calcium-Atomen, welche die dunkle Farbe verursachen (Angewandte Chemie 124/31, 2012, S. 7968-7971).
Die Färbung entsteht durch Uranerze, die zusammen mit dem Fluorit vorkommen und deren radioaktive Bestrahlung Fluor freisetzt. In höherer Konzentration ist dieses Gas sehr giftig – und nun wird klar, warum schon im Jahr 1816 Wölsendorfer Bergleute vorOrt mit Übelkeit zu kämpfen hatten. Doch normalerweise bleibt das Fluor solange im Kristallgitter des Flußspates fixiert, bis man ihn zerbricht oder pulvert – und das macht kein Sammler mit schön kristallisierten Stufen aus der Oberpfalz, dem Sächsischen Erzgebirge oder aus Illinois!

Stefan Weiß

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