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Kurioser Fund im Schaubergwerk „Frischglück“, Neuenbürg: Ein Bergmann im Schwerspat (06/2012)

schaubergwerk frischglueckBeim Reinigen von Mineralien aus einer der historischen Gruben unseres alten Eisen- und Manganerz- Reviers Neuenbürg im Nordschwarzwald wurde eine einzigartige Schwerspat-Stufe mit einer erstaunlichen Darstellung entdeckt. Nämlich die vor Jahrmillionen von der Natur geschaffene Darstellung eines Bergmanns. Deutlich zu erkennen sind die Nase, die Augen, der Bart und die Zipfelmütze – und hinten schaut zudem noch das "Arschleder" hervor.Die Größe der Schwerspat-Stufe beträgt 11 x 8 cm und die naturgegebene Darstellung des Bergmanns mißt 6 x 6 cm. Sie ist keine Mogelei, sondern absolute Realität. Es sieht auf dem Bild zwar aus wie Höhlenmalerei, ist aber nichts anderes als eine mineralogische Kuriosität, die aus Goethit (Brauneisen) besteht. Diese ungewöhnliche Laune der Natur soll künftig an einem geeigneten, gesicherten Ort – vermutlich im Museum des Schlosses Neuenbürg im Rahmen der Nordschwarzwald-Ausstellung – der Öffentlichkeit gezeigt werden. Die Neuenbürger Erzgänge mit reichlich Schwerspat (Baryt) gehen auf die tertiärzeitliche Tektonik zurück und stehen damit in Zusammenhang mit der Einsenkung des Oberrheingrabens und der damit verbundenen Spannungsrisse vor rund 15 Millionen Jahren. Der Bergbau auf Eisen und Mangan in Neuenbürg reicht über 2500 Jahre zurück. Schon vom 7. bis ins 4. Jahrhundert vor Christus haben die Kelten auf der heutigen Neuenbürger Stadtgemarkung im Nordschwarzwald, rund 12 km südlich von Pforzheim, Eisenerz gegraben und in Rennfeueröfen verhüttet. Dabei handelte es sich wohl um das älteste, größte und bedeutendste keltische Industriezentrum nördlich der Alpen, von dem auch die Keltenfürsten im süddeutschen Raum profitierten. Später vollzog sich der Bergbau auf Eisen und Mangan mal mehr mal weniger erfolgreich. Nähere Aufzeichnungen gibt es erst ab dem Jahre 1719, als sächsische Bergleute ins Enztal kamen und den Bergbau zu neuer Blüte führten. Rund 150 Jahre dauerte dann diese letzte starke Epoche, bis um 1865 die letzte Lore zutage gefahren wurde. Neues Leben kam in die alten Gruben, als sich im Jahr 1979 mineralogisch und geologisch sowie heimatgeschichtlich interessierte Bürger zusammenfanden und einige der historischen Stollen (insgesamt sind es rund 60) im Revier erforschten. Dieses Engagement hatte Erfolg, denn nach sieben Jahren mit 22.000 Stunden mühsamer Arbeit eröffnete 1985 das neue Schaubergwerk „Frischglück“. Auf drei Sohlen werden den Besuchern – inzwischen mehr als 400 000 – wunderschöne Formationen von Eisen- und Manganerzen sowie Schwerspat vor Augen geführt. Ein kleiner, viele Millionen Jahre alter Bergmann, wie vor wenigen Tagen gefunden, ist dort leider nicht zu sehen sehen. Aber wer weiß, was noch in den Erzgängen als verborgenes „Erbe“ der Erdgeschichte steckt ... Jürgen Härter

Ort: Besucherbergwerk „Frischglück“, 75305 Neuenbürg. Geöffnet April bis Oktober: So/ So/Fei 10-17 Uhr, Mi-Fr jeweils für Gruppen nach vorheriger Anmeldung (Tel.: 07082- 791030).

Oben: Uraltes Kunstwerk der Natur: Schwerspat-Stufe mit einem „Bergmann“ aus Eisen|Mangan- Oxiden – gefunden im historischen Bergbau „Frischglück“ bei Neuenbürg, Nordschwarzwald.

 

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