hintergrund modul banner trenner

Riesiger Bergsturz im Bergell


Schon seit 19. Juli 2011 hatte es kleinere Felsabbrüche gegeben, doch der „große Schlag“ kam am 27. Dezember 2011 – und er wurde sogar vom Schweizer Erdbebendienst registriert: Exakt um 18:25 Uhr stürzten rund sieben Millionen Tonnen Fels von der Nordflanke des Pizzo Cengalo ins Val Bondasca (Graubünden).
Ein Gutachten des Schweizer Geologen Yves Bonanomi, der im Januar 2012 das Bergsturzgebiet im Helikopter überflog, belegt die Ursache des Bergsturzes: Der milde regnerische Sommer und der viel zu warme Oktober 2011 ließen die Permafrostgrenze auf über 3500 m Höhe steigen, riesige Sackungsspalten öffneten sich. Sie füllten sich seit dem Spätherbst mit massivem Blaueis, großflächige Gleitbahnen entstanden – eine ideale Voraussetzung für den Bergsturz zum Jahresende.
Seine Blockmassen – rund 2-3 Millionen Kubikmeter – reichen bis weit hinunter in die Waldzone, die Sciora-Hütte (auf 2118 m SH) und ihre Umgebung sind weitflächig von einem grauen Staubschleier überzogen. Die Abbruchnische ist kompakt, ein weiterer großer Bergsturz droht nicht. Allerdings sind kleinere Felsstürze vor allem im Frühjahr wahrscheinlich, so dass der schon seit Anfang August 2011 gesperrte und jetzt teilweise verschüttete Wanderweg von der Sciora-Hütte zur Capanna Sasc Furä wohl nicht vor Sommer 2012 wieder freigegeben werden kann.
Weil der Bergsturz im „Bergeller Granit“– einem Granodiorit mit zahlreichen Pegmatitadern – aufsetzt, könnten seine Sturzblöcke in Zukunft wieder hübsche dunkelrote Spessartin-Granate und blaue Berylle oder sogar Aquamarine liefern, wie sie aus diesem Gebiet bereits bekannt sind (→Lapis 1/2006, S. 20 ff.). Bei der Mineraliensuche ist jedoch die immer noch erhebliche Steinschlaggefahr zu berücksichtigen, gesperrte Gebiete sind unbedingt zu meiden!

felssturz bergellRot markiert: Der neue Bergsturz ging von der Nordflanke des 3.369 m hohen Pizzo Cengalo ins hintere Val Bondasca ab, zwischen der Sciora-Gruppe (hinten) und dem Pizzo Badile (rechts). Foto: Gualtiero Monistier, Juni 2005.

 

Zur aktuellen Ausgabe

facebook logo

Aus unserem Sortiment

Frontpage Slideshow | Copyright © 2006-2011 JoomlaWorks Ltd.

Besuchen Sie Lapis auf folgenden Börsen:

 

17. - 19. November    Stuttgart

Mineralien & Zubehör

Kontakt  Impressum  Datenschutz  AGB                                                                                                                                
       

Copyright © 2012 C.Weise Verlag. Alle Rechte vorbehalten.