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Editorial 11/2009

Wo ist der Unterschied, fragt sich der interessierte und wissbegierige Laie, der vielleicht auch einige naturwissenschaftliche Kenntnisse mitbringt. Halit ist der mineralogisch exakte Begriff für ein Mineral, bestehend aus Natriumchlorid. Mit einfacher kubischer Kristallographie und einem sehr simplen Chemismus: Je ein Natrium-Ion und ein Chlor-Ion bilden diese Substanz. Es braucht zu seiner Entstehung keine hohen Drucke und keinen hohen Temperaturen. Halit bildet sich an der Erdoberfläche bei den uns bekannten und gewohnten Bedingungen ganz simpel durch Verdunsten des Meerwassers in Lagunen. So entstehen im Laufe von Jahrtausenden mächtige Salzschichten vorwiegend in niederschlagsarmen Regionen. Mächtige Salzlager können sich so bilden, manchmal viele hundert Meter dick und über viele hundert Quadratkilometer ausgedehnt. Diese Vorkommen liegen heute in der norddeutschen Tiefebene, am Rande der Mittelgebirge oder auch in den Alpen. Gewöhnlich ist das Steinsalz rötlich gefärbt durch die allgegenwärtigen Eisenverbindungen. Viele solcher Lagerstätten gibt es weltweit, man baut sie ab, verarbeitet den Rohstoff zu Speisesalz und vor allem zu chemischen Produkten. In früheren Zeiten führten der Abbau, der Transport und der Handel mit Steinsalz zu enormem Reichtum. In den letzten Jahrzehnten änderte dieser Rohstoff im Vergleich zum Öl oder den Metallen seinen Preis kaum, und führte so – aus der Sicht der Investoren – ein Schattendasein.
Bis auf eine Ausnahme: Da hat sich in den letzten Jahren ein erstaunlicher Nischenmarkt gebildet, das sogenannte Himalaya-Salz. Man spricht ihm einen höheren gesundheitlichen Wert zu als dem normalen Speisesalz. Bei Fachleuten ist dies allerdings nach wie vor umstritten. Besonders rein soll es sein, obwohl gleichzeitig damit geworben wird, dass es ungewöhnlich reich an Spurenelementen ist. Unstimmigkeiten gibt es auch darüber, ob sein Vorkommen, die Salt-Range – ein kleines Mittelgebirge, rund 100 Kilometer südlich von Islamabad am Rande der Indusebene gelegen – noch zum Himalaya gehört oder nicht.

 

Vorsicht, Abmahnung!

Die allgegenwärtige „Abmahn-Branche“ hat diese Situation erkannt und nutzt sie nun zu ihrem Vorteil: Firmen, die mit dem Begriff „Himalaya-Salz“ werben, werden in großem Stil abgemahnt. Das bedeutet, dass die Werbung zukünftig auf den speziellen Begriff „Himalaya-Salz“ verzichten muss oder hohe Strafgelder riskiert.– Man kann gespannt sein, wie das ausgeht.
Wie schon in prähistorischer Zeit bis hin zu den Salzbaronen, erlebt der Rohstoff Salz somit eine weitere Blütezeit.– Derweil ich weiterhin das gute bayerische Bad Reichenhaller Salz benutze, denn da weiß ich, dass es wirklich aus einer intakten Bergregion kommt …

So, nun aber viel Lesevergnügen mit den richtigen Sammlermineralien – ganz besonders möchte ich Sie auf den Artikel über die klassische Fundstelle Badenweiler im Schwarzwald hinweisen.

 

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