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Editorial 6/2016

 

Liebe Lapis-Leser!

Wo gibt es denn so etwas? Eine Raupe aus Silberglanz – aus dem Schwarzwald! Der schlanke Körper dieses filigranen „Insekts“ besteht aus einem nur 5 mm langen Silberdraht, der einem Weißbleierz-Stengel in einer Quarzdruse aufliegt. Definitiv ein kleines Wunder der Natur.

Silberne Raupen und Fluorite aus der Affenkluft

Als im Frühsommer 2015 das „Wieden“-Manuskript und die ersten Fotos der beiden begeisterten Schwarzwaldsammler Helge Steen und Eike Marzi in der Redaktion eintrafen, waren wir überrascht, welche Mineralienvielfalt das alte Flußspatrevier Wieden im Südschwarzwald zu bieten hatte.
Immer wieder wurden hier Gangklüfte von bemerkenswerter Größe geöffnet. Manche erhielten von örtlichen Sammlern eigene Namen wie etwa die legendäre, mehrere Meter lange „Affenkluft“ im Tannenbodengang. Sie lieferte zentnerschwere Stufen mit dezimetergroßen, blaugrauen Fluoritwürfeln und großen Barytrosetten, teils von Hemimorphit begleitet. Auch die „Schwabenkluft“ hat viele Schaustufen mit graugrünen Fluoritkristallen geliefert, die typischerweise mit schneeweißen Barythäubchen und glänzenden Dolomitkristallen überzogen sind.
Doch aus Wieden kennt man eben nicht nur enorme Fluoritkristalle in allen möglichen Farben, sondern die komplizierte geologische Entstehungsgeschichte der Wiedener „Spatgänge“ hat auch dazu geführt, dass sich hier die unterschiedlichsten Mineralien zusammengefunden haben, oft in mehreren Wachstumsgenerationen.
Die Fundortbezeichnung „Wieden“ steht zudem für bedeutende Silbererzfälle, die zu den mineralreichsten des Schwarzwaldes zählen.
Ebenfalls zutage kamen sekundäre „Kleinmineralien“, deren Kristalle immerhin die Zentimetergrenze erreichen können – beispielsweise der Cerussit. Die Wulfenitkristalle aus Wieden können es von der Qualität und der Größe her problemlos mit den besten Stücken aus dem griechischen Bergbaurevier Lavrion aufnehmen – und sie ähneln ihnen frappierend!

So haben wir beschlossen, dem Thema „Wieden“ gleich die ganze Monatsausgabe zu widmen.

In Sachsen kennt man übrigens noch einen ganz aktuellen Fundort bemerkenswerter Fluoritkristalle – den neben der Grube Clara zweiten aktiven „Spatbergbau“ Deutschlands. Lesen Sie die Meldung auf Seite 48!

Neues vom Mineralienmarkt

... bietet Ende Juni die traditionsreiche Börse in Ste. Marie-aux-Mines. Das alte Bergbaustädtchen in den Vogesen ist dann einer der wenigen Plätze in Europa, wo Neufunde noch exklusiv präsentiert werden, etwa aus Nordafrika oder aus den Alpen.

Viel Spaß bei der Lektüre dieser Ausgabe wünscht
Stefan Weiß

Faszinierende Miniatur: Akanthitnadeln überdecken dieses nur gut 5 mm lange Drahtsilber, das einen prismatischen Cerussitkristall umwächst. Grube Tannenboden bei Wieden, Schwarzwald. Sammlung & Foto: Helge Steen    

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