hintergrund modul banner trenner

Editorial 5/2016

 

Liebe Lapis-Leser!

Carrara … da denkt man zunächst nicht an bestens ausgebildete und an Klarheit nicht zu übertreffende Quarze, die Assoziation ist eher eine andere – Michelangelo oder die großartigen Skulpturen und Statuen aus der Römerzeit. Glücklicherweise ist der Carrara-Marmor so klassisch und zeitlos, dass viele Steinbrüche heute noch produktiv sind und ab und an herrliche Sammlerstücke liefern. Ich habe den Eindruck, dass die Bergkristalle von hier immer schöner werden. Das liegt aber sicher daran, dass man sorgfältiger auf die Hohlräume, also die Abfallpartien des Marmorgesteins achtet und bessere technische Möglichkeiten zur Bergung zur Verfügung stehen.

Gut Ding will Weile!

Die modellmäßige Ausbildung der Kristalle, aber auch ihre meist extreme Klarheit erinnert an ein anderes Vorkommen in den USA – die berühmten „Herkimer Diamanten“, die ebenfalls in einem Sedimentgestein vorkommen. Als Grund für ihre Perfektion wird das langsame Wachstum aus einer nur gering übersättigten Lösung, wie es für diese Vorkommen typisch ist, angenommen.
Erstaunlicherweise findet man in der römischen Literatur keine Hinweise auf diese auffälligen „Diamanten“. Vor 100 Jahren scheint man die Kristalle meist herausgebrochen zu haben oder man nahm nur die in den Hohlräumen lose liegenden Kristalle heraus, um sie in die Sammlungen und in den Handel zu bringen – oft in Glas-Phiolen.
Heute dagegen schätzt man vor allem die Stufen – wohl proportioniert, Kristall in der Mitte und in ihrer besten Position aufgestellt.
Über die Fundsituation vor Ort berichtet der begeisterte Quarzsammler Antonio Miglioli in diesem Heft und präsentiert Ihnen seine schönsten „Carrara- Diamanten“.

Wie stelle ich meine Stufen auf?

Grundsätzlich gibt es da ja keine Regeln oder gar Vorschriften. Natürlich legt man zweckmäßigerweise die Stücke so, dass die Kristallspitzen nicht beschädigt werden und auch möglichst gut zur Geltung kommen. Aber wie sollen die Stücke abgebildet werden?
Dazu erreichte uns diese Leserzuschrift: Im Lapisheft vom April 2016 sind auf Seite 23 und 25 Goethite zu sehen. Im Text dazu steht jeweils „stalaktitisch“. Normalerweise sind Stalaktiten hängend, also von oben nach unten gewachsen, während Stalagmiten von unten wachsen. Meiner Meinung nach müssten die Bilder um 180 Grad gedreht werden, oder handelt es sich um Stalagmiten?
Das kann man natürlich nur vor Ort anhand der Fundsituation verläßlich sagen. Prinzipiell ist es richtig, dass Tropfsteinbildungen, die von oben nach unten wachsen, Stalaktiten heißen und die von unten nach oben Stalagmiten. Stalaktiten haben eher eine konische Form mit zugespitzten Enden, Stalagmiten wirken eher gedrungen mit stumpfen Enden.

Viel Spaß bei der Lektüre dieser Ausgabe wünscht
Christian Weise

 

Carrara im Glas: Wasserklarer Bergkristall aus Carrara, gesammelt Ende des 19. Jahrhunderts. Das Etikett beschriftete Wilhelm Maucher, in den Jahren 1904- 1909 Kustos der Freiberger Bergakademie. Foto: Stefan Weiß    

 Klicken Sie auf das Bild für eine Großansicht und Infos!

 

Zur aktuellen Ausgabe

facebook logo

Aus unserem Sortiment

Frontpage Slideshow | Copyright © 2006-2011 JoomlaWorks Ltd.

Besuchen Sie Lapis auf folgenden Börsen:

 

 

Mineralien & Zubehör

Kontakt  Impressum  Datenschutz  AGB                                                                                                                                
       

Copyright © 2012 C.Weise Verlag. Alle Rechte vorbehalten.