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Editorial 4/2016

 

Liebe Lapis-Leser! 

Flüchtlinge in Europa? Mitnichten. Diese Menschen fliehen nicht vor Krieg, sondern sie lockt das Gold – so begann der vorerst letzte Goldrausch in Brasilien.

Bereits in den 1980er und 1990er Jahren profitierte die Kleinstadt Pontes e Lacerda im westbrasilianischen Bundesstaat Mato Grosso von mehreren Goldfunden in der Nachbarregion Centro-Oeste. Die lokale Wirtschaft blühte kurzfristig auf, doch dann kehrte wieder Ruhe ein.

20 Kilo: Der Schatz im Wald

Ende August 2015 entdeckt ein Stadtbewohner an einem bewaldeten Hügel des Serra do Caldeirão, auf dem Gelände einer privaten Fazenda, angeblich rund 20 Kilo Gold – in einer Tiefe von nur einem Meter! Anfang Oktober tauchen erste Fotos und Videos enormer Goldklumpen im Internet auf, ein Goldrausch beginnt, dessen Geschichte sich wie ein Krimi liest ...
Erst sind es 2.000, dann 5.000, dann bis zu 8.000 Glücksritter, und sie kommen aus allen Teilen Brasiliens. YouTube-Videos belegen, dass sich viele dieser „Garimpeiros“ in Kooperativen organisieren: In der Regel muss für das „Schurfrecht“ gezahlt und ein Großteil des Goldes an die selbsternannten Leiter oder die Grundbesitzer abgegeben werden. Illegal bergen die Goldsucher mindestens anderthalb Zentner des edlen Metalls, teils bestens kristallisiert oder als massive „Goldklumpen“, die bis zu 18 Kilo wiegen.
In der nur 20 km entfernten Stadt Pontes e Lacerda mit ihren rund 45.000 Einwohnern werden Schaufeln, Bohrhämmer, Seile und Balken knapp; immer mehr Arbeitskräfte fehlen, denn das Gold lockt!

Militär gegen „wilde“ Goldsucher

Wochenlang dulden die Behörden das illegale Treiben. Als jedoch ein unterirdischer Abbau einstürzt und fünf Männer zerquetscht, verbietet das Bundesgericht Ende Oktober 2015 sämtliche Bergbau- Aktivitäten. Illegal gefördertes Gold wird beschlagnahmt, seine Besitzer verhaftet. Mitte November 2015 rückt die Militärpolizei zur Räumung des „Goldhügels“ an. Zwar verlassen die Bergleute das Gelände, 400 von ihnen blockieren dann aber tagelang mit ihren Autos die Hauptstraße und errichten Barrieren aus Holzstämmen, Seilen und Reifen. Ende November schreitet die Umweltbehörde Sema ein: Zwei Landeigentümer, die den illegalen Bergbau duldeten, erhalten Geldstrafen in Höhe von 3,5 Millionen Reais – rund 870.000 Euro – für „Umweltverbrechen“, die Fiscalização droht mit Steuernachzahlungen.
Seit Anfang Februar 2016 ist der wie ein Schweizer Käse durchlöcherte „Goldhügel“ verwaist, das Gebiet wird streng bewacht von der brasilianischen Militärpolizei. Nur wenige Monate dauerte der Goldrausch, der anfangs bereits als „Neue Serra Pelada“ gefeiert wurde – ein legendärer Goldabbau der 1980er Jahre im Bundesstaat Pará, den der brasilianische Fotograf Sebastião Salgado weltberühmt machte.
Auch der neue Goldrausch in Mato Grosso lieferte beeindruckende Beispiele des menschlichen Strebens nach „Glück“ und „Reichtum“ – aufgenommen mit Smartphone und Videokamera. Einen kleinen Eindruck davon vermitteln wir Ihnen in LAPIS-Aktuell!

Viel Spaß bei der Lektüre dieser Ausgabe wünscht
Stefan Weiß

 

Flüchtlinge in Europa? Mitnichten. Diese Menschen fliehen nicht vor Krieg, sondern sie lockt das Gold – so begann der vorerst letzte Goldrausch in Brasilien.    

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