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Editorial 3/2016

 

Liebe Lapis-Leser! 

Es ist unglaublich ...

Wie Sie sich vielleicht erinnern, wurden Ende November 2011 auf den Westdeutschen Mineralientagen in Dortmund – während der Öffnungszeit! – mehrere Goldnuggets aus einer Vitrine der Sonderschau entwendet. Die Stücke hatte ein norddeutscher Sammler, korrekt mit Leihvertrag der Dortmunder Messe, für die Dauer der Veranstaltung zur Verfügung gestellt. Alle ausgeliehenen Objekte wurden in diesem Vertrag einzeln mit ihrem Wert aufgeführt.
Jeder würde vermutlich glauben, dass im Schadensfall alles klar ist und die Messe – beziehungsweise ihre Versicherung – gar nicht anders kann, als den Schaden zu regulieren. Aber der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, was Juristen einfällt, um die Regulierung zu verzögern oder sich eventuell ganz aus der Verpflichtung zu lösen.
Das Erste, was in solchen Fällen von Versicherungen immer gefordert wird, sind Einkaufsbelege. Der im Leihvertrag angegebene Wert allein genügt zunächst nicht. Zusätzlich muß der Geschädigte nachweisen, dass sich die Stücke in seinem Eigentum befunden haben. Aber es kommt noch schlimmer!

Halbierter Wert: Messegesellschaft contra Sammler

Die Anwaltskanzlei, die die Dortmunder Messe vertreten hat, wollte sogar nachträglich den Nachweis, dass die Goldnuggets wirklich echt waren. Und so kam es ein Jahr später zunächst zu einer Güteverhandlung. Inzwischen hatte die Kripo Dortmund das Verfahren wegen sehr geringer Aufklärungsaussichten bereits eingestellt. In der Güteverhandlung hat der Richter dem Geschädigten tatsächlich vorgeschlagen, sich mit dem halben Wert zufrieden zu geben, da andernfalls sehr hohe Kosten anfallen würden.
Erst im Mai 2014 kam es dann zu einer Gerichtsverhandlung am Landgericht Dortmund, die mit dem Urteil endete, dass 111.098,- Euro an den Geschädigten zu zahlen sind. Dies entspricht in etwa dem Wert, der sich aus einem vom Gericht bei mir in Auftrag gegebenen, detaillierten Wertgutachten ergibt. Dagegen hat die Dortmunder Messe Berufung eingelegt. Was dazu führte, dass erst am 11. Januar 2016 vor dem Oberlandesgericht Hamm dem Geschädigten erneut Recht gegeben wurde. Die Schadenssumme wurde aber gemäß dem aktuell niedrigeren Goldpreis auf 92.632,45 Euro festgesetzt. Inzwischen ist das Urteil rechtskräftig und der Schaden, wenn auch mit Abstrichen, beglichen.
Ein weiterer Wermutstropfen ergibt sich aus der Prozessordnung, die vorsieht, dass die Kosten des Klägers in Höhe von rund 14.000,- Euro zwischen den beiden Parteien geteilt werden. Hier ist ein Sammler in die Mühlen des Gesetzes und der Juristerei geraten. Hieraus sieht man, wie wichtig der Nachweis für den legalen Erwerb und Besitz von Sammlerstücken sein kann!

Aber das wird das neue Kulturgutschutzgesetz in Zukunft sowieso fordern.

Christian Weise

 

Verursachten einen vierjährigen Rechtsstreit: Fünf seltene Goldnuggets im Gesamtgewicht von knapp 900 g, gestohlen im November 2011 auf den Westdeutschen Mineralientagen in Dortmund (LAPIS-Aktuell berichtete im Januar 2012)   Für den Erhalt des privaten Sammelns! 

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