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Editorial 10/2015

 

Liebe Lapis-Leser!

1977, im zweiten Jahrgang von LAPIS, erschienen vier Artikelfolgen von Hans-Jürgen Wilke, mit dem Titel „Persisches Tagebuch“. Die Sammler-Pioniere dieser Zeit konnten damals noch fast uneingeschränkt ihrem Hobby frönen, wenn sie bereit waren, die lange Fahrtstrecke auf sich zu nehmen, mit den Sprachschwierigkeiten fertig zu werden, und ihnen die vorbereitenden Recherchen genaue Ortsangaben sowie Fundmöglichkeiten geliefert haben.
Nur kurze Zeit später – nach der islamischen Revolution 1979 – waren diese romantischen und bodenständigen Sammelexkursionen zu den persischen Fundstellen für viele Jahre nicht mehr möglich.

Persien kommt ...

Seit etwa zwei Jahren werden wieder Neufunde aus den Blei-Zink- Bergwerken dieser Region angeboten, oft in sehr guter Qualität. Es ist wirklich erstaunlich: Noch bevor sich die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen normalisiert haben, sind als erste Vorhut schon die Mineralstufen auf dem internationalen Markt. So war es auch seinerzeit mit Russland. Bereits 1982 wurden erstmals wirklich ausgezeichnete Mineralstufen in einer Qualität, wie man sie sich bis dato nicht vorstellen konnte, Sammlern in Europa und USA angeboten.
Bis sich die politischen Beziehungen normalisierten, dauerte es noch acht Jahre. Mit etwas Ironie könnte man die Mineralien als Vorboten einer politischen Wende betrachten.

Auch LAPIS blickt in dieser Ausgabe nach Persien: Orangerote Mimetesite und gitterförmig verzwillingte Cerussite aus dem Grubenrevier Nakhlak in Ishfahan nahe der historischen Stadt Anarak beschreibt Mattia Cairoli in einem reich bebilderten Reiseartikel. Sicher werden wir in Zukunft aus dieser Region noch vieles sehen und hören.
Farbige Turmaline aus den Alpen sind ausgesprochen selten. Über den bisher besten Fund – er gelang im Adamello-Gebiet – berichtete Federico Pezzotta im Oktoberheft von LAPIS 2002. In der aktuellen Ausgabe beschreiben Stefan Weiß und sein Strahlerkollege Ueli Wolf ausführlich und mit präziser Fundortangabe ein neues, erst kürzlich entdecktes kleineres Vorkommen im Tessin. Ein besonders wichtiges Anliegen der Autoren war die Ergründung der Farbursachen. Die erstaunlichen Ergebnisse, welche durch aufwendige Untersuchungen mit modernsten Methoden gewonnen wurden, finden sie in diesem Heft. Ein detailreicher, auch fachlich in die Tiefe gehender Artikel.

Der größte Tansanit

Die Münchner Mineralientage/Munich Show stehen dieses Jahr unter dem Thema: „Edelsteine“. Eindrucksvolle Exponate wie der größte Tansanit-Rohkristall der Welt oder eine enorme Aquamarinstufe mit außergewöhnlich klaren Kristallen werden dort zu sehen sein.
Sogar der bekannte amerikanische Sammler Gene Meieran, der sich mit seiner Sammlung auf Edelstein-Mineralien spezialisiert hat, zeigt einige seiner besten Stücke. Die einzigartige und sehr hochwertige Sonderausstellung bietet in diesem Jahr die seltene Gelegenheit, solche Stücke in Natura zu bestaunen. Ein makelloser Tansanit-Kristall von 22 cm Höhe ist absolut einmalig – und wer weiß, ob sich jemals wieder die Möglichkeit bietet, ihn zu sehen …

Natürlich kann man wie jedes Jahr nicht nur die Münchner Sonderausstellungen bewundern, sondern auch das eine oder andere Stück für seine Sammlung erwerben. Ein Blick auf das Ihnen schon gewohnte Ausstellerverzeichnis in diesem Heft zeigt, dass auch dieses Jahr wieder mit einem gewaltigen Angebot zu rechnen ist.

Bis bald in München,
Ihr Christian Weise

„Kilimanjaro“: Der weltgrößte unbeschädigte und unbehandelte Tansanit-Kristall ist 22 cm hoch und wiegt 2,2 Kilo. Sammlung Marcus Budil, Foto: Malte Sickinger

 

 

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