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Editorial 09/2015

 

Liebe Lapis-Leser!

Was macht die Faszination des Mineraliensammelns aus? Auf jeden Fall seine vielfältigen Möglichkeiten – Farbe, Formenvielfalt, schöne Kristalle gibt´s auf der ganzen Welt ...
Sicher war dies einer der Gründe, warum ich mich bereits im Alter von 14 Jahren entschlossen habe, eine Entscheidung zu treffen. Denn in meiner damaligen „Schülersammlung“ wurden es irgendwie zu viele Steine. Einerseits Mineralien, andererseits Fossilien, etwa halb/halb. Ich entschied mich für die Mineralien, in erster Linie wegen ihrer Farbigkeit und ihren klaren Kristallformen. Und weil ich schon damals die Gelegenheit hatte, in den Alpen und in Cornwall auf die Mineraliensuche zu gehen.
Vieles hat sich seitdem geändert. In den 1980er Jahren wurde das Sammeln zum Massenhobby, Hunderte von Mineralienbörsen wurden weltweit gegründet. Ein erster Rückschlag folgte in den 1990er Jahren, als viele Bergwerke in Europa stillgelegt wurden – doch gleichzeitig begann die Globalisierung, der Rohstoffboom erreichte 2007 seinen Höhepunkt.

Wie im Paradies

... fühlten sich internationale Sammler: Erst Pakistan/Afghanistan, dann Russland, dann China. Je nach Gelegenheit konnten Top-Sammler ebenso wie „Normalsammler“ auf Börsen und im Kontakt mit Kollegen ausgezeichnete, oft unbeschädigte Mineralstufen erwerben oder eintauschen. Und selber sammeln konnte man nun sogar in Übersee. Wer Zeit (und Geld) hatte, fuhr nach Marokko, Namibia, in die USA, nach Südamerika oder nach Asien. Dabei bildete sich auch der Typ des „Händlersammlers“ heraus, der seine Touren mit Mineralienverkäufen zumindest teilweise finanzierte.
Mit der Großen Wirtschaftskrise 2008/2009 und der aktuellen China- und Rohstoffkrise hat sich das Bild geändert; viele kleine Bergwerke, auch in China, wurden geschlossen. Dies ist auch dem steigenden Umweltbewußtsein geschuldet.

Sammeln in der Krise?

Hinzu kommt eine zunehmende Überalterung der Sammlerszene. Die „Jungen“ fehlen zwar nicht völlig, doch die Konkurrenz der Neuen Medien produziert laufend neue Attraktionen – nach dem Motto: Muss ich noch mühsam hoch in dieses Bergtal, wenn ich´s mir virtuell auf Google Maps ´reinziehen kann?
Ist das jetzt ein Nachruf auf das Mineraliensammeln? Sicher nicht. Denn das Hobby lebt weiter: International tauchen als Lieferanten immer wieder neue Namen auf (etwa der Iran) und auch Marokko ist nach wie vor für Überraschungen gut. In Mitteleuropa sind anstelle der Bergwerke etliche aktive Steinbrüche getreten, teils sogar mit besseren Zugangsmöglichkeiten. In den Alpen legt der fortschreitende Rückzug der Gletscher immer neue Fundstellen frei. Die Ergebnisse sind auf lokalen Mineralienbörsen zu sehen. Und die sind nach wie vor wahre „Fundgruben“ – gerade auch um andere Sammler kennenzulernen. Denn das Mineraliensammeln ist auch ein soziales Hobby. Sammeln im Team kann großen Spaß machen und irgend jemandem will man seine Funde ja auch präsentieren, als stolzer Finder oder Besitzer eines einzigartigen Stücks. Und einzigartig ist eigentlich jedes Mineral – ob Museumsstufe oder Micromount! Egal ob nach wissenschaftlichen, regionalen, systematischen oder top-ästhetischen Kriterien gesammelt wird – die Vielfalt des Mineralreichs macht das Sammeln nie langweilig, bis ins hohe Alter hinein. Persönlich sehe ich das Mineraliensammeln als faszinierende Bereicherung, denn es bringt auch andere Hobbies mit sich: Bergtouren, Naturverbundenheit, die Mineralienfotografie, Interesse für Land und Leute ...

Diese LAPIS-Ausgabe ist ein guter Zeitspiegel unseres Hobbies: Wir stellen einen begeisterten Mineraliensammler und seine Sammlerphilosophie vor, begeben uns auf eine faszinierende Reise nach China und präsentieren neben einem – ebenso interessanten wie seltenen – Sammlermineral mehrere aktuelle Funde aus Sachsen (drei weitere aus Westdeutschland und Österreich folgen demnächst).

Viel Spaß bei der Lektüre wünscht
Stefan Weiß

Traum eines jeden Sammlers ist es, eigenhändig eine schöne Mineralstufe zu bergen: Wahr wurde dies für Robert Brandstetter, als er im August 2009 die Rogerley Mine in Nordengland besuchte – und bei der Ausbeutung einer großen Fluoritdruse mitarbeiten konnte. Foto: Jürgen Margraf

 

 

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