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Editorial 7-8/2015

 

Liebe Lapis-Leser!

„Blauer Selbstmord“ – oder: Vom Saualpit zum Tansanit

Das Mineral Zoisit kennt man unter diesem Namen seit dem Jahr 1805; benannt hat es der sächsische Mineraloge A.G. Werner nach Sigmund Zois, Freiherr von Edelstein (!); der hatte den Stein zuvor, nach seiner ersten Fundstelle, als „Saualpit“ bezeichnet.
Mit wenigen Ausnahmen, beispielsweise seiner durch Mangan rosarot gefärbten Varietät Thulit, ist der Zoisit allerdings ein eher „langweiliges“ Mineral – oft eingewachsen im Gestein als trübe bräunliche oder grünliche Stengel.
Es gibt nur einen einzigen Ort auf der Welt, an dem der Zoisit klare, saphirblaue Kristalle bildet. Dies ist die tansanische Bergbausiedlung Merelani, mitten in der Massai-Steppe Ostafrikas. Die hier als „Tansanit“ geförderten Zoisite lassen sich zu prächtigen Edelsteinen schleifen. Oft zeigen die Kristalle braune Partien – doch die kann man auf recht einfache Weise in „das beste Blau“ verwandeln (wie wir auf Seite 39 verraten).
Zuvor werden kleinere Kristalle meist ganz profan mit dem Hammer zerklopft. Bei diesem „Ebochieren“ werden ausschliesslich ihre klaren, schleifwürdigen Partien gewonnen. Nur die seltenen, bis mehrere Kilo schweren Grosskristalle – sie erzielen bereits als Rohware Millionensummen – zerteilt man vor dem Schliff, ähnlich wie Diamanten, vorsichtig mit Präzisionssägen.
Der Tansanit hat eine wilde, abenteuerliche Entdeckungsgeschichte, und noch heute wird dieser Edelstein, oft im Kleinbergbau und unter härtesten Arbeitsbedingungen, aus bis zu 700 m Tiefe zutage gefördert. Doch gerade solche Abbaue – und im Revier Merelani gibt es Hunderte davon! – liefern immer wieder aussergewöhnliche Sammlerstücke mit hochinteressanten Begleitmineralien. Darunter sind riesengrosse Alabandine, lilafarbener Axinit, prächtig grüne Diopside und Tremolite, freistehende Graphitkristalle, rötlichschwarzer Titanit und grosse tiefrote Wurtzite.
Was es aber beim Tansanit mit „blauem Selbstmord“ auf sich hat – das steht auf Seite 16.

Sainte Marie 2015

... bot erstaunliche Neufunde, speziell aus Marokko, und eine tolle Alpinschau. Grund genug, den Börsenbericht dieses Jahr um drei Seiten zu erweitern.

Viel Spass bei der Lektüre dieser Ausgabe wünscht
Stefan Weiss

 

Nur wenige Top-Tansanite bleiben unverschliffen – so wie dieser 8 cm hohe und 194 g schwere Kristall von intensiver Farbe und außergewöhnlicher Klarheit. „Deep Blue“ von Marcus Budil, Foto: Malte Sickinger   So enden die meisten Tansanitkristalle: Mit einem Spitzhammer werden klare, schleifwürdige Partien herausgeklopft. Edelsteinaufbereitung der Firma TanzaniteOne in Merelani, Ostafrika. Foto: Jochen Hintze 

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