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Editorial 03/2015

 

Liebe Lapis-Leser!

Tucson 2015 ist jetzt schon wieder Geschichte – und wie man hört, sind die Geschäfte gut gelaufen. Dies ist um so erstaunlicher, weil eigentlich wenig wirklich Neues angeboten wurde und zudem die Preise kräftig angezogen haben. Besonders gut sollen die Verkäufe im oberen Preissegment gewesen sein. Dank einiger betuchter Investoren werden hochwertige oder gar einmalige Mineralien zunehmend wohl auch als Anlage-objekte erworben.
Im ausführlichen Börsenbericht von Robert Brandstetter in diesem Lapisheft wird die aktuelle Situation in Tucson sehr treffend geschildert.  

Traum oder Alptraum?

Viel Aufsehen erregte in Tucson ein Stand mit Quarzstufen, die im Autoklav* gezüchtet wurden und natürlichen Kristallen und Kristallstufen unglaublich ähnlich sehen. Neu ist diese Methode nicht, denn bereits in den 1990er Jahren wurden in Autoklaven rekristallisierte Rauchquarz- und Amethyststufen aus einem russischen Labor auf Mineralienbörsen angeboten (Lapis 9/1994, S. 33-34). Das Verfahren, Quarzkristalle im Autoklav zu züchten, wird seit vielen Jahrzehnten angewandt, um sie für technische Zwecke – zum Beispiel als Schwingquarze – im großtechnischen Maßstab herzustellen. Diese technischen Quarze haben auf Grund des schnellen Wachstums völlig andere Formen als die uns geläufigen Naturkristalle.
Es ist erstaunlich, dass erst jetzt jemand auf die Idee gekommen ist, die Wachstumsbedingungen – also im wesentlichen Druck und Temperatur – im Autoklav so zu variieren, dass Bergkristalle und Quarzstufen hergestellt werden können, die den natürlich vorkommenden Stücken sehr ähnlich sehen. 
Mit diesem Verfahren geht auch ein Traum in Erfüllung: Beschädigte Stufen oder Kristalle sind so durch Rekristallisation wieder zu „heilen“. 

„Geheilte“ Kristalle – aus dem Labor!

Dies ist eine völlig neue Perspektive in unserem Metier und sicher auch eine gute und vor allem ertragreiche Einnahmequelle, denn beschädigte Stufen als Rohstoff gibt es mehr als genug. Im Sinne des sparsamen Umgangs mit natürlichen Ressourcen kann man das sogar als nachhaltig darstellen... 
Aber Scherz beiseite – die Quarzzüchtung im Autoklaven gibt es natürlich nicht zum Schnäppchenpreis! Es handelt sich hierbei um ein anspruchsvolles technisches Verfahren, das neben Knowhow nicht unbeträchtliche Investitionen erfordert und selbstverständlich auch hohe laufende Betriebskosten verursacht.
Ein weiterer wichtiger Punkt, der die Verwendung als preiswerten Quarzstufenersatz verhindern wird, ist die Tatsache, dass man die gezüchteten Kristalle und Stufen sicher auch in Zukunft bei näherer Untersuchung als synthetisch erkennen wird. So wird natürlich aussehender Quarz aus der Druckkammer wohl nie ein wirklicher Alptraum!

Viel Spaß bei der Lektüre dieser Ausgabe wünscht Ihnen
Christian Weise

 

*Vom Grundprinzip her eine heizbare, mit mineralisiertem Wasser gefüllte Druckkammer. Hier kann man – wie in einem Dampfkochtopf, aber bei viel höheren Temperaturen und Drucken! – die Verhältnisse simulieren, wie sie in mehreren Kilometern Erdtiefe zur Bildung kristallgefüllter Drusen und Klüfte führen.

 

Premiere in Tucson: Auch Japaner Zwillinge lassen sich schon recht „realistisch“ züchten. Foto: Jürgen Tron   Premiere in Tucson: Eine  beschädigte Amethyststufe aus Guerrero/Mexiko (Papierbild im Foto) wurde im Labor mit Bergkristall-Substanz „verheilt“. Foto: Jürgen Tron 

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