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Editorial 1/2014

Liebe Lapis-Leser!

Mein alter Sammlerfreund und Mentor Ludwig Fruth gab mir vor 40 Jahren den Rat, nur Edelsteine und Edelmetalle und allenfalls vielleicht noch Quarz zu sammeln, denn nur diese würden in der für Mineralien unnatürlichen Umgebung einer Schublade längere Zeit überleben.
Tatsächlich ist es so, dass sich sehr viele Mineralien bei unseren Raumbedingungen in einem metastabilen Zustand befinden. Was heißt das? Mineralien bilden sich in einem bestimmten Temperatur- und Druckbereich und unter wohldefinierten chemischen Bedingungen.
Und unter diesen Voraussetzungen sind sie auch stabil. In unserer Umgebung sind diese Bedingungen, die bei der Entstehung eines Minerals herrschen, nicht gegeben. Das kann dazu führen, dass Mineralien zum Beispiel Wasser aus der Luft aufnehmen (=hygroskopische Mineralien) und sozusagen „zerfliessen“. Auch die beliebten und oft sehr schönen Stufen aus manchen Erzlagerstätten, beispielsweise in Rumänien oder Peru, sind mehr oder weniger instabil.

Den Zerfall kann man riechen!

Sicher ist Ihnen auch schon einmal der typische Geruch nach Schwefel aufgefallen, wenn Sie einen Sammlungsraum betreten oder eine Schublade öffnen, in der Sulfidmineralien aufbewahrt werden. Dieser Geruch entsteht, weil kleinste Bausteine der Kristalle – nämlich Schwefel – aus dem Kristall in die Luft entwichen sind. Dadurch verändert sich vor allem die Oberfläche der Kristalle. Sie verlieren ihren schönen Glanz. Letztlich wirkt sich das natürlich auch auf die Stabilität der gesamten Stufe aus. Im Einzelnen sind diese Vorgänge sehr kompliziert und hängen von vielen inneren und äußeren Faktoren ab. Es gibt auch durchaus Stücke, die sehr lange in Sammlungen stehen und trotzdem ihren Glanz bewahrt haben.
Stefan Meier geht in diesem Heft näher auf die Problematik instabiler Mineralien ein und zeigt uns, wie man das Schlimmste verhindern kann.

Sammeln im Steinbruch – jahrzehntelang?

Manche Steinbrüche sind für einen Sammler ein Leben lang interessant, weil sie immer wieder neue Funde bieten. So werden im Lauf der Zeit die meisten dort vorkommenden Mineralien dokumentiert. Sorgfältig und liebevoll beschreibt Stefan Weiß in diesem Heft den Steinbruch Linescio im Tessin, den er seit Jahrzehnten regelmäßig besammelt und den er auch mit dem – wesentlich bekannteren – Abbau in Arvigo vergleicht.

In diesem Sinne eine unfallfreie und erfolgreiche Sammelsaison wünscht Ihnen
Christian Weise

 

 

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