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Editorial 06/2013

Liebe Lapis-Leser!

Vor 50 Jahren...

In dieser Zeit, Anfang der Sechziger Jahre, setzte eine unglaubliche Aufbruchstimmung ein. Auch das Mineraliensammeln fand enorm viele Anhänger. Fünfzehn Jahre nach dem Ende des schrecklichen Krieges fanden viele wieder Zeit und Muße sich Dingen zu widmen, die über die Lebensnotwendigkeiten hinausgingen. Man verbrachte den Urlaub und die Freizeit noch zu Hause oder in der näheren Umgebung, zumindest aber im und auf dem Lande oder in den nahegelegenen Alpen. 
Viele Steinbrüche wurden für den Wiederaufbau intensiv betrieben und in manchen fanden sich interessante oft heute noch begehrte Mineralien. Aber auch die zahlreichen Neubauten im Verkehrsbereich lieferten Fossilien und andere für die Sammler interessante Objekte. Man suchte nach Rohstoffen und betrieb vielerorts Bergbau um den Bedarf für die Industrie und das Wirtschaftswunder zu befriedigen. Die Flußspatreviere in der Oberpfalz und im Schwarzwald brachten herrliche Stufen in großer Zahl zutage.
Ganz besondere Funde lieferten die zahlreichen Gruben des Uranbergbaus im Erzgebirge und im Vogtland. Anfang der Sechziger Jahre kamen diese auf dem Tauschwege noch ganz offiziell und in nicht unbedeutender Zahl auch nach Westdeutschland. Aber auch hier bestanden noch zahlreiche Erzbergwerke vor allem im Harz und im Siegerland. Die Alpen boten noch ergiebige Funde und waren lange nicht so abgesucht wie heute.
Dies waren geradezu paradisische Zustände für das Sammeln. Auch die innere Einstellung vieler Menschen, die zuvor oft vieles, manchmal auch alles verloren hatten, führte dazu, wieder Dinge zu erwerben, zu bewahren und zu sammeln. Es entstand innerhalb kurzer Zeit eine begeisterte Sammlerszene. Zahlreiche Vereine und Sammlergruppen bildeten sich und in Folge auch die entsprechenden Plattformen: die Mineralienbörsen. Zunächst vor allem als mehr oder weniger unkommerzielle Tauschbörsen - wie Sie in diesem Heft lesen werden, feiern mindestens drei bis heute bedeutende Börsen in diesem Jahr ihr fünfzigstes Jubiläum: München, Sainte-Marie-aux-Mines und Disentis. 
Lapis gratuliert den Jubilaren und wünscht weiterhin viel Erfolg.

Ein Gwindel mit Geschichte

Manche Steine haben einen richtigen Lebenslauf: So zum Beispiel das Gwindel auf dem Titel dieser Ausgabe. 1987 besuchte ich zusammen mit meinem Strahlerfreund Robi, den Kristallsucher Norbi Burgener, der damals noch in Fiesch wohnte und wir unternahmen von dort aus einige erfolgreiche und sehr schöne Strahlertouren. Er zeigte mir seine beachtliche Mineraliensammlung – alles Eigenfunde aus der Region. Besonders fiel mir das auf dem Titel abgebildete Rauchquarz-Gwindel auf. So muss es wohl auch Max Weibel gegangen sein, als er für eine Neuauflage seines sehr erfolgreichen Buches "Die Mineralien der Schweiz" ein neues Titelbild suchte. Dieses Gwindel war das beste Stück in einer großen und ergiebigen Kluft, die Norbi oberhalb des Fieschergletschers 1983 öffnete. Anfang der 1990er Jahre wandelte sich sein Interesse in Richtung Extremalpinismus im Himalaya. 1992 verkaufte er seine Sammlung an Wolfgang Henkel. Ich staunte nicht schlecht als ich fast 20 Jahre später auf der Munich Show 2011 genau dieses Gwindel in der großartigen Sonderschau European Classics entdeckte. Es gehörte damals Marcus Budil und es wurde am Ende der Börse an einen Amerikaner verkauft. Meine Überraschung war aber noch größer, als uns kürzlich Daniel Trinchillo ein Bild dieses Gwindels zur Publizierung schickte und ich erfuhr, dass er es vor zwei Monaten gekauft hat. Er erwähnte nebenbei, dass er es zwischenzeilich schon einmal besaß! Diese fast unglaubliche Geschichte zeigt wie begehrt dieses Stück ist. Durch seinen lückenlosen Lebenslauf ist diese Stufe noch einzigartiger und man sieht wie wichtig es ist alle Informationen und Etiketten eines Stückes zu bewahren.

Viel Spaß bei der Lektüre dieser Ausgabe wünscht Ihnen

Christian Weise

Die Mineralien der Schweiz

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