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Editorial 10/2012

Liebe Lapis-Leser!

Die Zeit der wichtigen Herbstbörsen steht wieder einmal bevor. Da erreicht mich die Anfrage eines bekannten Händlers, ob ich seine in Ste.-Marie erworbenen Türkise auf Echtheit prüfen könnte. Der im Raum Idar-Oberstein ansässige asiatische Verkäufer habe versichert, dass es sich bei den angebotenen Steinen um echte Türkise aus dem Tibet handele und diese garantiert ungefärbt seien. Tatsächlich zeigte ein erster Wischtest mit einem Spiritus-getränkten Tuch keine Abfärbung.
Aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass da doch etwas nicht stimmte: Die Steine waren von gleichmässig schöner Qualität, guter Farbe, mit der für Türkis typischen Zeichnung und zudem auch noch relativ preisgünstig – aber doch nicht verdächtig billig. Ich beschloß daher, einen dieser Türkise für einige Stunden in Aceton einzulegen und siehe da, die Lösung verfärbte sich tatsächlich langsam bläulich. Also dann war doch bei der Farbe nachgeholfen, aber nicht so primitiv wie bei den früheren Fälschungen, die man schon mit einem Alkohol-getränkten Tuch leicht und schnell erkennen konnte.
Zudem fiel auch noch auf, dass die für Türkis oft typische schwarze Zeichnung in den Vertiefungen langsam durch das Lösungsmittel Aceton verschwand. Das deutete darauf hin, dass hier noch mehr nicht stimmte und wohl eine systematische und ausgeklügelte Produktion mit größerem Aufwand und in größerer Menge vorliegt. Das rechtfertigte zumindest eine Röntgenuntersuchung, um festzustellen, um welches Material es sich hier handelt. Das Ergebnis war eindeutig Magnesit. Magnesit ist ein Industriemineral und wird hauptsächlich für feuerfeste Auskleidungen verwendet. Der Preis pro Tonne beträgt derzeit auf dem Weltmarkt ca. 380 US-$. Das entspricht einem Kilopreis von knapp 40 US-Cent.
Das durchgeschnittene Stück zeigt, dass die färbende Substanz sehr tief eindringt, vornehmlich auf den natürlichen Korngrenzen. Aber es bleibt ein weißer Kern im zentralen Bereich. Dies deutet darauf hin, dass die Färbung durch Druckimprägnierung im Vakuum erfolgt ist, also ein technisches Verfahren, zu dem nicht jeder Zugang hat.
Die korrekte Bezeichnung für dieses Material wäre demnach: Türkis-Imitat. Wenn das Material unter der Bezeichnung Türkis angeboten wird, ist das eindeutig Betrug.

Raffinierter Betrug
Also höchste Vorsicht! Falls Sie einen Verdacht haben, dann setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung. Es ist davon auszugehen, dass das Material in größerer Menge im Umlauf ist und auch zu Schmuck und Ketten verarbeitet in den Handel gekommen ist. Der Lapis-Fälschungsdienst ist übrigens kostenfrei und auf Wunsch vertraulich.

Viel Freude bei der Lektüre dieser Ausgabe wünscht Ihnen

Christian Weise

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