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Das große „Frühsommerhochwasser“ hat in Polen die zahlreichen Granitsteinbrüche rund um Strzegom – das frühere schlesische Striegau, rund 50 km westlich Wroclaw (Breslau) – weitgehend verschont, die Natursteingewinnung läuft dort wie am Fließband: Riesige gelbe Auslegerkräne mit bis zu 60 Metern Spannweite verladen autogroße Granitblöcke – jedes Jahr Zehntausende von Tonnen, dazu mehrere hunderttausend Tonnen an Bruchsteinen und Schottermaterial. Geradezu verschwindend gering erscheint dagegen die Menge an Mineralien und Kristallen, die dabei unzerstört zutage kommen – und nicht in den Brechern landen. Im besten Fall sind es immerhin einige hundert Kilo jährlich, manchmal sogar 1-2 Tonnen Kristallstufen, wie etwa bei den Großfunden 2008/2009 im Steinbruch Borów IV, über die Lapis ab Seite 30 berichtet. Doch gerade die eher kleineren, vielleicht „nur“ me-tergroßen Drusen führen oft die schönsten und interessantesten Sammlermineralien. Inzwischen sind es rund 40 verschiedene (bei insgesamt 90 aus Strzegom bekannten Arten).   In fast allen Sammlungen Altmeister Werner Lieber schreibt 1963 in der Erstauf-lage seines Standardwerkes Der Mineraliensammler zu Striegau: „Mehrere Granitsteinbrüche nordwestlich des Ortes, vor allem die Pilgrammhainer Brüche. In Drusen viele schöne kristallisierte Mineralien wie Orthoklas xx, Rauchquarz xx, Desmin xx, Epidot xx, Chabasit xx, Axinit xx, Heulandit xx, Laumontit xx und andere. Stufen von diesem berühmten Fundort trifft man in fast allen Sammlungen.“ Diese Handvoll „klassischer“ Mineralien macht auch heute noch das Gros der Funde aus. Doch fehlt hier ein bei Sammlern besonders begehrtes, aber früher recht seltenes Mineral – der Fluorit.  Denn gerade die Flußspäte mit ihren intensiven Farben und ihrem oft ausgeprägten Farbwechsel – von violettrot im Kunstlicht nach „UV-blau“ am Tageslicht – haben seit den 1990er Jahren bei der Erweiterung und Neuerschließung vieler Steinbrüche die Region Strzegom weltberühmt gemacht. Dabei kommen frische, kaum von Sickerwässern angelöste Fluorite sogar in der Nähe der Erdoberfläche vor – wichtig ist nur, dass die Drusen geschlossen und möglichst noch lettengefüllt waren.   Frischer Granit ... frische Drusenmineralien! Dank niedriger osteuropäischer Arbeitslöhne und angesichts des zunehmenden Bedarfes an besserer Infrastuktur in einem erweiterten Europa (Straßenbau!) sind aus „mehreren“ Granitsteinbrüchen rund um Strzegom inzwischen rund drei Dutzend geworden – und sie reichen bis weit unter den Grundwasserspiegel: Schwindelerregend geht der Blick wie aus einem Hochhaus in bis zu 100 Meter Tiefe, wo der beste Granit gewonnen wird – europaweit begehrt wegen seiner Frische und Frostbeständigkeit.  Damit werden, auch dank der akribischen Aktivität polnischer und deutscher Sammler, seltene Drusenmineralien, die nur im unverwitterten Granit erhalten bleiben, eher zutage kommen – darunter die Seltenerden-Carbonate Bastnäsit oder Parisit, die in Strzegom immerhin Zentimetergröße erreichen. Und selbst nach 100 Jahren ist Strzegom immer noch für Überraschungen gut – das beweisen die ausgezeichneten Topaskristalle, teils in sherryfarbener Edelsteinqualität, die erst vor wenigen Monaten zutage kamen ... Viel Spaß bei der Lektüre dieser Ausgabe wünscht Ihnen
 

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