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Welch ein Zufall! Der Artikel über den Zinn- und Uran-Bergbau Rudolfstein im Fichtelgebirge ist schon fertig, da erreicht uns aus Mainz-Kastel ein Brief von Dr. Heinz Ziehr, ein „Altmeister“ unter den Mineraliensammlern und Fichtelgebirgspezialisten. Als Geologe und „Mann vom Fach“ – Dr. Ziehr arbeitete jahrzehntelang als Bergbaugeologe – kennt er die Region rund um den Zinngranit von Weißenstadt bestens.Doch warum gerade das Fichtelgebirge?Wie Dr. Ziehr schreibt, hat er dort seine Wurzeln: Gilg Walburger, Vorfahr seiner Großmutter, hatte eigene Zinnkuxen und war selbst als Zinnwäscher tätig. Und bei seinen ersten Ferien als Sechsjähriger, auf der Zigeunermühle bei Weißenstadt, erhielt Heinz Ziehr von den Walburgers eine Schachtel mit Morionen – sie wurde zum Grundstock seiner Mineraliensammlung.Später hat ihn der historische Bergkristall-Bergbau in den Quarzgängen, den „Krystallkellern“ unter Weißenstadt, der dort seit 1420 umging, besonders fasziniert: „... montanhistorisch eine Sensation, einmalig in Mitteleuropa!“ schreibt er uns begeistert. So organisierte er 1960 nicht nur die erste VFMG-Tagung im Fichtelgebirge, sondern wirkte auch später immer wieder äußerst aktiv an Sonderausstellungen mit, zuletzt im Fichtelgebirgsmuseum Wunsiedel (sie läuft noch bis April 2010).   Gold im Zinngranit? Schon seit fünf Jahrzehnten steht ein ganz besonderer Fund in der Ziehr´schen Mineraliensammlung: gediegen Gold aus dem Zinngranit bei Weißenstadt! Die Berggoldprobe barg, vor genau neunzig Jahren, ein Bergmann aus dem 1920 angelegten Schacht „Konstantin“ bei Schönlind (der Weiler liegt nur 2 km nordwestlich des Bergbaues am Rudolfstein). 1935 wurde der Nachbarschacht „Freiburg“ abgeteuft – doch freies Berggold scheint hier nicht mehr gefunden worden zu sein. Die Grubenpläne zeichnete damals Prof. Hans Schneiderhöhn (1881-1962), berühmter deutscher Lagerstättenkundler, der später auch in Tsumeb arbeitete. Mit seiner Leica Nr.3 machte er eindrucksvolle Fotos, die auch in das Archiv von Dr. Ziehr gelangten (seine Frau ist Schneiderhöhns Nichte). Eines dieser Zeitdokumente – Bohrarbeiten zur Zinn-suche 1935 – zeigen wir hier.   Uranboom – auch in der BRD Aus dem Bergbau Rudolfstein ist gediegen Gold nicht bekannt, so dass die Probe aus dem Zinnschacht „Konstantin“ bisher ein Unikat darstellt. Und auch die dortigen Zinnerze erwiesen sich als unwirtschaftlich. So brach rund um Weißenstadt Mitte der 1950er Jahre weder das Zinnfieber noch der Goldrausch aus – dafür aber ein Uranboom. Torbernit kam am Rudolfstein so reichlich vor, dass der kupferreiche Uranglimmer sogar als Uranerz abgebaut wurde. Ein regelrechter Wettlauf begann: Wer lieferte den ersten Rohstoff für die silberweißen Stäbe aus Uranmetall, die 1955/56 bei der Degussa in Hanau entstanden? Denn es hatte neben dem Bergbau Rudolfstein (via Heyden/Regensburg) auch der wiederaufgewältigte Bergbau Wittichen im Schwarzwald (via Bayer/Lever-kusen) hierfür den Rohstoff Natrium-diuranat geliefert. Wie auch immer: Einer der silberweißen Uranmetallstäbe wurde in Scheiben zerschnitten, um Bergbaumedaillen „aus Weißenstädter Natur-Uran“ zu prägen und sie an bayerische Politiker feierlich zu überreichen – lesen Sie Seite 31 dieser Lapis-Ausgabe!
 

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