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lengenbach_besprGraeser, S.; Cannon, R.; Drechsler, E.; Raber, T. und Roth, P. (Hrsg.):

Faszination Lengenbach – Abbau • Forschung • Mineralien 1958- 2008

192 S. mit rund 300 Farb- und S/W-Fotos, Graphiken und Kristallzeichnungen. Format 21 x 28 cm, gebunden. 2008.
Preis € 36,-.

Die „Mineraliengrube“ Lengenbach im Binntal gilt heute als eine der wichtigsten Attraktionen dieses noch weitgehend naturbelassenen Walliser Hochtales. „Goldige“ Pyritschnüre im zuckerkörnigen schneeweißen Dolomitgestein faszinieren hier Touristen und ihre Kinder – doch weltberühmt bei Sammlern und Mineralogen ist diese seit fünf Jahrzehnten von verschiedenen Forschungsgruppen betriebene Abbaustelle für ihre bestens kristallisierten Sulfosalze, teils seltenste Verbindungen aus Kupfer, Blei, Silber, Thallium, Arsen und Schwefel. Dieses Buch zum 50jährigen Jubiläum des Lengenbachs ist eine Premiere – und ein Experiment: Nicht chronologisch oder in Kapitel gegliedert, sondern lexikalisch aufgebaut, ähnelt es eher einem Baukasten aus unterschiedlichsten Informationen „von A bis Z“. Dies wird gleich beim ersten Blick auf das Inhaltsverzeichnis klar, das gleichzeitig als Register dient. Alphabetische Stichworte beziehen sich auf kompakte und informative Abschnitte, selten länger als eine halbe oder eine Seite. Mittendrin steckt unter dem Stichwort „Mineralien“ ein wiederum alphabetisch gegliederter Block von gut 70 Seiten, der die gut 130 Mineralien der Fundstelle beschreibt. Die mit insgesamt „nur“ 107 Mineralienfotos recht enge redaktionelle Bildauswahl der Herausgeber – allesamt aktive Mitglieder der derzeitigen Forschungsgemeinschaft – zielte auf typische Kristalle und Ausbildungsformen der Lengenbach Mineralien. Entstanden ist kein opulentes „mineralogisches Bilderbuch“, sondern ein nützliches Werk für den Lengenbach-Sammler. Dieses eigenwillige, jedoch absolut lesenswerte Buch vereint unterschiedlichste Aspekte – darunter Abbaumethoden, Anekdoten, Etiketten, Grubenführungen, IR-Spektroskopie, Kugelkristalle, „Picassos“, Stalder , Tribolumineszenz und verzwillingte Kristalle, bis hin zu „Wein“ (!) und dem Stichwort „Zukunft“. Hier zitiert Professor Stefan Graeser , einer der mineralogischen „Väter“ des Lengenbachs, Albert Einstein („Ich denke niemals an die Zukunft. Sie kommt noch früh genug“) und begründet, warum der Lengenbach noch für ganze Generationen von Forschern und Sammlern weitere mineralogische Überraschungen bereithalten wird. Und Sie sollten schon jetzt als Leser dabei sein!