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Edle bayerische Zirkone aus dem Erdmantel!

Tübinger Forscher unter Federführung von Dr. Wolfgang Siebel und Sümeyya Eroglu bestätigten kürzlich die ungewöhnlichen Bildungsbedingungen der „vulkanischen“ Edelstein-Zirkone aus Nordost-Bayern (→Lapis 12/2007) und lieferten präzise Altersdaten.

Diese Zirkone sind nicht, wie sonst üblich, in der kontinentalen Kruste, sondern tief im Erdinneren, im Erdmantel, entstanden und viele Millionen Jahre älter als die Vulkangesteine, mit denen sie heute zusammen zu finden sind. Die Forschungsergebnisse veröffentlichte die Fachzeitschrift Nature Geoscience im November 2009 online [DOI: 10.1038/NGEO695].

Die Forscher verwendeten für ihre Untersuchungen, in Zusammenarbeit mit nordamerikanischen, australischen und chinesischen Forschern, ungewöhnlich große Zirkone, die Sammler und Lapis-Autor Stefan Meier erst vor wenigen Jahren im Vulkangebiet des Reichsforstes bei Marktredwitz entdeckt hatte (→Lapis 12/2007). Einschlußfreie, 1-3 mm große Zirkon-Bruchstücke von Edelsteinqualität wurden auf ihre Spurenelemente, den Gehalt an verschieden schweren

Sauerstoffatomen (Sauerstoffisotopen) und die Zerfallsprodukte der radioaktiven Spurenelemente Lutetium, Sa-marium und Uran untersucht.

Uran/Thorium- und Helium-Datierungen bewiesen, dass die Edelstein-Zirkone bei Vulkanausbrüchen vor 29 bis 24 Millionen Jahren an die Erdoberfläche geschleudert wurden. Sie waren vor 50-80 Millionen Jahren in einer Tiefe von 60-80 Kilometern im Erdmantel entstanden und blieben offensichtlich so stabil, dass sich im Inneren der Kristalle über viele Millionen Jahre das Endprodukt des zeitabhängigen Uranzerfalls, nämlich radiogenes Blei, anreichern konnte und die U/Pb-„Uhr“ nicht durch Bleiverlust gestört wurde. Dies ist angesichts der extremen Bedingungen, die tief unter dem Egergraben in der geologischen Vergangenheit geherrscht haben, bemerkenswert.

Kontakt: Dr. Wolfgang Siebel, Institut für Geowissenschaften, Wilhelmstraße 56, 72074 Tübingen, 07071/29-72489, eMail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

P.S.: Mindestens ebenso interessant dürfte die Entstehungsgeschichte der farblich und chemisch noch vielfältigeren vulkanischen Zirkone aus dem Sächsischen Vogtland sein, wie es bereits die ersten Voruntersuchungen vermuten lassen (→Lapis 2/2009, S. 24/25).

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30 Millionen Jahre lang im Erdmantel gewachsen, dann aus 60 Kilometern Tiefe an die Erdoberfläche hochtransportiert:
Nordostbayerische Edelstein-Zirkone bis 1,2 cm Größe. Foto: Stefan Meier, Lapis 12|2007).